Am Zürich Marathon trumpften zwei Mitglieder des LC Meilen besonders auf: Regula Benz und Christian Keller.

Regula und Christian sind ein Paar. Ein Paar mit derselben Passion. Und am Frühlingshöhepunkt Zürich Marathon trumpften die beidem Meilener gross auf. Wobei: Sie tat dies noch eindrücklicher. Platz 2 in ihrer Altersklasse realisierte sie mit der 52. Zeit aller Marathon-Finisherinnen. Und die 3:13:20 Stunden bedeuten nicht weniger als neue persönliche Bestmarke. «Das ist nicht selbstverständlich», sagte die 51-Jährige, «ab einem gewissen Alter wirst du nicht mehr schneller.»

Nicht nur Zeit und Rang sind es, warum Regula den Zürich Marathon 2026 in besonders guter Erinnerung behalten wird. Es sind auch die Gefühle eines «von A bis Z perfekten Rennens». Beim Ballon mit der Pace auf die Schlusszeit von 3:15 Stunden reihte sich die passionierte Läuferin ein. Bald spürte sie: «Ich könnte etwas schneller laufen.» Also setzte sie sich ab – ohne zu übertreiben. Auf der zweiten Streckenhälfte wurde sie zwar langsamer, «aber für meine Verhältnisse nur minim». Sehr regelmässig lief sie bis am Schluss, auch wenn sie sagt: «Ab Kilometer 36 musste ich beissen.»

Perfekter geht nicht
Die Arbeit machte sich bezahlt. Das Kämpfen in der Schlussphase des Rennen sorgte dafür, dass sie ihre bisherige, sieben Jahre alte Marathon-Bestmarke um nicht weniger als zwei Minuten hinunterdrücken konnte. «Ich erwischte einen Supertag», lacht sie, «habe das Optimum herausgeholt.» Bezahlt gemacht hat sich das konstante, aber nicht überbordende Training, das sie vielfach zusammen mit Partner Christian bestritt. Insbesondere die Longruns, die effizienten Einheiten über Distanzen knapp unter dem Marathon, glückten. Um den halben Zürichsee führten sie: entweder Horgen – Meilen via Rapperswil oder Horgen – Meilen via Zürich.

Mit spielten «am Tag X» der Körper, die Beine, die Verpflegung und nicht zuletzt das kühle Wetter. «Perfekter geht wohl nicht», sagte Regula. Die «riesige Freude» ist erklärt, zumal die routinierte Läuferin weiss: «Erfolg und Misserfolg sind gerade im Marathon eine Gratwanderung.»

60. Marathon für Christian Keller
Zu einem speziellen Erfolgserlebnis kam auch Partner Christian. Nicht, weil er das Ziel vor Regula erreichte. Der Grund ist vielmehr seine Leistung. Mit der Zeit von 2:57:37 Stunden erreichte er den fünften Rang in seiner Alterskategorie – und Overall-Rang 304. Einmal mehr unterbot er die 3-Stunden-Grenze. «Ich hatte mich nicht darauf verbissen, sondern liess es weit mehr auf mich zukommen», erklärte er. Diese Strategie hat sich mit den Jahren entwickelt. Und sie passt für ihn. Keller saugte die «gute Stimmung in der Stadt auf», nutzte die vorzüglichen Bedingungen und hörte routiniert in sich hinein. Auf den letzten Kilometern gelang es ihm zuzulegen und seine eindrückliche Marke zu realisieren. Just zum Jubiläum. Der 58-Jährige bestritt seinen 60. (!) Marathon.

Ein Ende der Erfolgsserie scheint für das Duo Regula und Christian nicht in Sicht. Auch momentan verstehen sie sich blind, etwa wenn es darum geht, trotz schmerzender Muskulatur Treppen zu überwinden. Der Erholung gilt jetzt die Aufmerksamkeit.

Ebenfalls einen Podestrang (3. Platz im Halbmarathon, AK M60) erreichte Alfred Brunner mit seinen mehr als respektablen 1:23:50 Stunden.

 

gg/Jörg Greb