Wenn Veloputzen zum Faktor einer WM wird

Ein rauher Pazifik fürs Schwimmen, ein überharter Bike-Abschnitt sowie ein Lauf, bei dem Laufen schier unmöglich war, machten die XTERRA WM auf Maui zu einem höchst anforderungsreichen Rennen. Die beiden LC-Meilen-Triathleten Samuel Jud und Silvia Brandstetter schlugen sich mit den Rängen 20 (Profis) und 9 (Altersklasse) trotz allem beachtlich.

„Ich habe schon viel Ausgefallenes und Forderndes erlebt, aber das übertrifft alles“, sagte Samuel Jud nach den 3:26:56 Wettkampfstunden auf Maui. Nach dem Schwimmen bei hohem Wellengang im offenen Meer – ein Teilnehmer wurde ohnmächtig, einer brach sich den Arm – folgte ein Bike-Abschnitt der Extreme, auf einer schlecht präparierten Strecke mit viel klebrigem Schlamm und Schilf.  „Vom brutalsten Biken ever“, sprachen die Organisatoren. Die Teilnehmer mussten ihre Bikes oft stossen, tragen und immer wieder putzen und von Morast befreien. Und auch das abschliessende Laufen forderte nochmals alles mit glitschigen Untergrund..

Obwohl Samuel Jud mit Schlussrang 20 bei der Elite 29 overall das Angesteuerte rangmässig erreichte, wollte sich die grosse Zufriedenheit nicht einstellen. „Das war kein Vergnügen und für den Körper und den Kopf eine Knacknuss“, sagte er. Trotz des bemerkenswerten Resultats, ging er hart mit sich ins Gericht: „Beim XTERRA France büsste ich auf Bradley Weiss (SA, 3.) rund 10 Minuten ein, jetzt war’s mehr als eine halbe Stunde.“ Die nötige Frische, um über sich hinauszuwachsen, habe er nicht mehr mitgebracht. Und in Anlehnung an Music-Star-Juror Chris von Rohr – er forderte einst „meh Dräck“, was zum Ausdruck des Jahres führte – meinte er lachend: „Meh Dräck ist gar nicht möglich.“

Nur mühsamer Kampf

Auch Silvia Brandstetter glückte die angesteuerte Klassierung in den Top ten ihrer Altersklasse. Sie belegte Platz 9. Den Strapazen war sie über zweieinhalb Stunden länger ausgesetzt als Jud. Sie bilanzierte: „Ich liebe die Herausforderung, aber XTERRA Maui war anders und sorgte nicht für das Befriedigende bei solchen Herausforderungen.“ Die grosse Genugtuung im Ziel „juhui, ich hab’s geschafft“, wollte sich nicht einstellen. Sie sagte: „Das Biken mit dem häufigen Veloschieben und Tragen war ein mühsamer Kampf und alles andere als Genuss.“ Die Möglichkeit in einen Flow zu geraten, bot sich nie.

Neben den beiden Maui-Xterra-WM-Athleten bewährten sich weitere LCM-Mitglieder, allen voran: Rico Romagnoli (3. AK) beim Challenge Santa Margherita di Pula auf Sardinien sowie Monica Hug (1. AK) beim Herbstlauf Wila und dem Gesamtsieg ihrer AK und Overallrang 2 (!) am Kleeblatt-Cup.

gg

2018-10-31T20:20:31+00:0031. Oktober, 2018|Triathlon|